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Darüber hinaus erfordert die Auseinandersetzung mit den Problemen unserer Welt durch eine
intensive Welterkundung, wie sie der Arbeitskreis Grundschule in seinen Empfehlungen von
1996 (Faust-Siehl u.a. 1996, S. 63ff.) als Alternative zum seit den siebziger Jahren so ge-
nannten Sachunterricht vorschlägt, die Beteiligung aller Kinder durch ihre kritischen Fragen
und kreativen Antworten. Den epochaltypischen Schlüsselfragen Klafkis stellt der Arbeits-
kreis Grundschule entwicklungstypische Schlüsselfragen von Grundschulkindern gegen-
über. Denn Kinder stellen von sich aus schon immer die entscheidenden, teilweise existentiel-
len und philosophischen Fragen an die Welt und an die Erwachsenen. Und sie haben oft sogar
die besseren Antworten als die Erwachsenen (Faust-Siehl u.a., S. 73; vgl. auch dazu Kra-
witz 1997, S. 293ff.):
· Wo komme ich her?
· Wo gehöre ich hin?
· Was ist nach dem Tod?
· Wer hält zu mir?
· Wie setze ich mich durch?
· Wer bin ich? Wie bin ich?
· Wie soll ich das schaffen?
· usw.
Die Grundschule der Zukunft, wie sie der Arbeitskreis sieht, ist eine Schule für grundlegende
Bildung aller - auch der behinderten - Kinder. Sie stellt sich der pädagogischen Aufgabe der
Integration behinderter Kinder und versucht das Leben und Lernen in der Gemeinschaft von
behinderten und nichtbehinderten Menschen zu ermöglichen und durch besondere didaktische
und methodische Anstrengungen und Maßnahmen professionell zu unterstützen. Dabei geht es
nicht nur um eine soziale Integration, im Sinne des Geltenlassens und des besseren Verstehens
behinderter Mitmenschen und ihrer Lebenslage. Integration im umfassenden pädagogischen
Verständnis bedeutet vielmehr, dass alle Kinder und Jugendlichen im gemeinsamen Leben und
Lernen, nach Maßgabe ihrer spezifischen Möglichkeiten und Grenzen, an gemeinsamen Inhal-
ten, kooperativ und kommunikativ beteiligt sind, gemeinsam spielen, lernen und arbeiten.
Wichtig ist dabei, den behinderten Kindern und Jugendlichen an den gemeinsamen Lernpro-
zessen eine aktive Teilnahme zu ermöglichen und sie dialogisch in den Unterricht einzubezie-
hen, so dass sie ihre Fragen an die Welt und ihre Mitmenschen stellen können und ihre Ant-
worten gegenüber den Anderen vorstellen und verteidigen können.
In seinem bemerkenswerten Essay über Bildung vertritt Hartmut von Hentig (1996 S.
11ff.) die Auffassung, dass gegen die drohende oder vorhandene Orientierungslosigkeit der
Kinder und Jugendlichen in unserer postmodernen, von neoliberalistischen Tendenzen gepräg-
ten Gesellschaft nicht Information, nicht Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrü-
stung, nicht der Ordnungsstaat helfen können, sondern allein Bildung, zu der wir, nachdem
Schule sie leider weitgehend auf Schulbildung reduziert hat, unbedingt zurückfinden und
zurückkehren müssen.
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